Freitag, 15.09.2017 Of- Tsikhisdziri: 171 km
Erst gegen Mittag verlassen wir unser schickes Hotelzimmer und fahren entlang der Schwarzmeerküste in Richtung Georgien. Hinter der Stadt Hopa stauen sich bereits kilometerweise die LKW bis zur georgischen Grenzen. Wie immer sind wir am Grenzübergang etwas aufgeregt doch es verläuft alles problemlos. Wir lernen hier einen jungen Ungaren kennen, der mit einer Art Liegerrad durch den Balkan über die Türkei bis nach Georgien reist! Durch den Austausch von Reisegeschichten können wir uns so die Wartezeit versüßen. Auf der georgischen Seite angekommen wechseln wir unsere letzte türkische Lira in georgische Lari und machen uns auf in Richtung Norden. Unsere erste Begegnung mit einem Einheimischen (nach den Grenzbeamten) haben wir wie so oft mit einem Tankwart. Dieser plappert uns fröhlich in seiner Landessprache zu, wir verstehen leider kein Wort aber lachen freundlich zurück. Auch mit der lokalen Tierwelt kommen wir von nun an ständig in Kontakt: Kühe am Straßenrand, Kühe die auf der Straße stehen, sie überqueren oder sogar auf der Autobahnmitte weiden. Unsere weitere Route führt uns entlang der Küstenstraße, vorbei an der Hafenstadt Batumi. Wir sehen von weitem die futuristische Skyline an der Standpromenade, doch lassen die große Stadt lieber links liegen und fahren durch die Randbezirke. Unsere Augen sind an den Anblick der heruntergekommen, sowjetischen Mehrfamilienhochhäuser nicht gewohnt, man sieht hier deutlich die Zeichen des Zerfalls der Sowjetunion vor rund 16 Jahren. Zwischen den riesigen Wohnblocks sind volle Wäscheleinen gespannt, die Menschen sitzen am Straßenrand und wirken sehr fröhlich und freundlich auf uns. Alles ist neu für uns, die georgische Schrift, der Verkehr und die gesamte Umgebung, es prasseln zu viele unterschiedliche Reize auf uns ein, wir fühlen uns überfordert! Nachdem wir das Einzugsgebiet von Batumi verlassen haben, fällt uns auf wie unglaublich grün die Umgebung hier an der georgischen Schwarzmeerküste ist, es wachsen Palmen und Bananenstauden.
Am Nachmittag finden wir eine Campingmöglichkeit bei einem Restaurant direkt am Meer. Hier treffen wir auf einen Russen, der ebenfalls auf seiner GS angereist ist 😉 Nach dem Versuch einer Konversation mit uns, die letztendlich an der Sprachbarriere scheitert, torkelt er in sein Zelt. 
Zum Abendessen probieren wir „Soko Kecze“, in einem Tontöpfchen gegarte und mit georgischem Sulguni-Käse überbackene Pilze. Und „Madame Bovary“, Kalbsrücken mit Kartoffeln, ebenfalls in einem Tontöpfchen gegart, mit Tomaten und Schmand verfeinert und mit Sulguni überbacken. Beides schmeckt uns richtig gut und während die Sonne im Schwarzen Meer versinkt endet unser erster Tag in Georgien.
Samstag, 16.09.2017 Tsikhisdziri- Mestia: 244 km
Heute geht’s ins Kaukasusgebirge! Wir fahren bis zur Stadt Poti und verlassen dann die Schwarzmeerküste in Richtung Norden. Durch kleine Dörfer, in denen Kühe, Hühner und auch Schweine an den Straßen rumlaufen, fahren wir über teilweise sehr holprigen Straßen. In der Stadt Sugdidi müssen wir tanken. Dummerweise meint der Tankwart er müsste Gregor und Matze nach dem Volltanken zusätzlich noch mit 2 Litern Benzin abduschen! Total relaxt meint er wir sollen uns doch mit etwas Wasser abspülen, während Matze in einer riesigen Benzinpfütze steht. Unsere Essensvorräte inklusive frischem Fladenbrot sind hinüber, immerhin hat der Tankwart die 2 Liter von unserer Rechnung abgezogen. Aber von nun an haben wir Benzingeruch in den Nasen. Wir fahren weiter entlang des Flusses Enguri, der im großen Kaukasus entspringt. Unser Ziel ist der Ort Mestia, gelegen in der Region Oberswanetien, die vor allem für ihre historischen Bergdörfer bekannt ist. Je höher wir kommen, umso schöner wird die Landschaft. 
Wir halten bei einem lokalen Bienenzüchter der mit seinen Bienenboxen entlang des Flusses steht, probieren sämtliche Sorten seines Honigs und kaufen den Leckersten (Lavendel). Es geht vorbei an mehreren kleinen Wasserfällen und am frühen Nachmittag sehen wir bereits die ersten schneebedeckten Gipfel des Kaukasusgebirges. Angekommen in Mestia gönnen wir uns für die erste Nacht hier oben ein Zimmer in einem hübschen Guesthouse.
Sonntag, 17.09.2017 Mestia: ca. 30 km
Vom Guesthouse wechseln wir heute auf einen Campingplatz in der Nähe, wo wir auf ein deutsches Paar treffen. Petra und Dieter haben mit ihrem Wohnmobil schon viele Länder bereist, wir verstehen uns prima und tauschen Reiseerlebnisse aus. Auf einer kleinen Ausfahrt ohne Gepäck erkunden wir am Nachmittag die Umgebung. Hierbei geht’s für uns das erste Mal durchs Wasser! Zuerst sind wir etwas verunsichert, steigen ab… schauen uns erst mal alles in Ruhe an… Hilft ja aber alles nix, wenn wir weiter wollen müssen wir es versuchen! Mit nassen Stiefeln und einem Grinsen im Gesicht kommen wir auf der anderen Seite an. Am liebsten würde Matze gleich nochmal durch 😉 Wir finden sogar noch eine weitere Wasserdurchfahrt abseits der Straße und kommen so bei dem heutigen Ausflug voll auf unsere Kosten! Zurück in Mestia gehen wir essen und probieren „Chashushuli“, georgischen Rindereintopf mit Tomaten und Kräutern, „Qababi“ und gegrilltes Schweinefleisch. 
Da dies das erste Land ist in dem wir Schweine in der Natur sehen, trauen wir uns auch das Fleisch zu essen. Der Geschmack ist nicht ansatzweise zu vergleichen mit dem , welches uns in Deutschland angeboten wird! Es schmeckt nach dem was es ist! Auch lassen wir uns einige Gläschen des jungen georgischen Weißweins schmecken. Vom Geschmack her geht er leicht in die Richtung Federweiser, aber in lecker! In der Nacht sinkt das Thermometer hier runter bis auf 7 Grad. Zum Glück halten uns unsere Daunenschlafsäcke schön warm.
Montag, 18.09.2017 Mestia-Ushguli-Mestia: 90 km
Offroad-Time! Ohne Gepäck wagen wir uns heute noch höher in die Berge, in das Dorf Ushguli auf 2.200 m, welches eines der höchsten, dauerhaft bewohnten Dörfer in Europa ist. Die ersten 15 km sind noch asphaltiert, doch danach bricht die Straße abrupt ab. Es folgt 4 km Baustelle, und wir müssen auf von LKW festgefahrenen Grund ausweichen. Über Steine und Geröll erreichen wir ein kleines Dorf, hier besteht die Piste fast nur noch aus Schlamm. Wir schaffen es zum Glück heil durch und gönnen uns eine Rast an einem Flusslauf, wo wir Freundschaft mit einigen Kühen schließen. 
Der Weg führt uns immer weiter hinauf in die wunderschöne Berglandschaft. Diese können wir allerdings nur teilweise genießen, denn die Piste ist gespickt mit riesigen Schlammlöchern. Einige davon ziehen sich über 10 bis 20 Meter hinweg, berghoch und oftmals durch Kurven! Mehrmals sehen wir uns schon im Schlamm liegen, doch unser treuer Gregor richtet sich immer in letzter Sekunde wieder auf! Auf den letzten Kilometern geht es noch einmal über Stock und Stein steil hinauf. Nach über zwei Stunden „Fahrt“ erreichen wir dann endlich Ushguli, Matze ist fix und fertig.
Mit Gedanken an den Rückweg im Kopf fällt es ihm schwer das Panorama zu genießen. Von hier aus haben wir einen wundervollen Blick auf den Berg Schara, der mit 5.200 m der höchste Berg Georgiens im Kaukasus ist.
Apropos Kaukasus: Unser Zelt namens Caucasus haben wir heute mit im Gepäck und platzieren es vor dem Gipfel des Scharas. Wir haben es von der Firma Coleman zur Verfügung gestellt bekommen. Vielen Dank an dieser Stelle!

Gerade als wir das Zelt fertig abgebaut und verstaut haben, rast ein Polizei Auto auf den Hügel. Hier dachte wohl jemand, dass wir hier übernachten wollen 😉
Wir treten den Rückweg an und werden von 2 Jungs stilecht auf Pferden verabschiedet.
Auch hier wird uns alles abverlangt, wir kämpfen uns wieder durch die Schlammlöcher und denken jedes Mal das Schlimmste hinter uns zu haben. Doch weit gefehlt, es folgen immer wieder noch schlimmere Abschnitte an die wir uns gar nicht mehr erinnern können. Im Baustellenabschnitt ist die festgefahrene Straße mittlerweile durch Geröll überschüttet worden, hier kommen wir nur mit Mühe und Not durch. Zurück auf der asphaltierten Straße wartet Melli nur darauf, dass Matze den Teer küsst 😉 Heute sind wir besonders stolz, stolz auf unser Motorrad und überrascht darüber was Gregor alles abkann!
Das Vertrauensverhältnis zwischen Matze und Gregor ist wieder einmal gewachsen. Unser kleiner Dreckspatz nach der Tour: 
Jetzt aber schnell ab unter die Dusche!

Für umgerechnet 2 € wird Gregor wieder Saubergespühlt.
Zur Belohnung gönnen wir uns wieder georgische Köstlichkeiten mit kühlem Bier und erfrischender Limonade. Es gibt zum Beispiel „Nigsiani Badrijani“ und eine Käseplatte mit georgischem Bergkäse sowie geräuchertem und ungeräuchertem Sulguni.
Dienstag, 19.09.2017 Mestia- irgendwo im Wald bei Kutaissi 217 km
Per Email hat Melli seit Längerem Kontakt zu der Motorradwerkstatt Bikeland in Tiflis, in der Hoffnung dass wir dort vielleicht unsere Kupplung erneuern können. Angeblich ist das passende Teil auf Lager. Wir ersuchen Rat bei Michi und Arno, unsere Ansprechpartner bei Wunderlich. Diese leiten die Eckdaten direkt an einen ihrer Spezialisten Thomas weiter. Er antwortet uns prompt und nach der Überprüfung der Fahrgestellnummer gibt er uns das OK! Vielen Dank an dieser Stelle für die schnelle und kompetente Hilfe! Voller Zuversicht machen wir uns daher heute auf den Weg in Richtung der georgischen Hauptstadt. Von Mestia geht es die schöne Strecke durch die Berge und entlang des Enguri Flusses bis nach Kutaissi. Doch bis nach Tiflis schaffen wir es nicht an einem Tag, und so schlagen wir am späten Nachmittag unser Zelt auf einer Wiese neben einen kleinen Bachlauf auf. Wir sind uns nicht sicher, ob unser Zeltplatz wirklich abgeschieden genug von den kleinen Dörfern in der Nähe ist und haben dadurch einen unruhgien Schlaf.
Mittwoch, 20.09.2017 irgendwo im Wald bei Kutaissi – Tiflis: 230 km
In der Frühe werden wir durch Schüsse geweckt. Wird in der Nähe gejagt? Werden auf diese Weise in den Dörfer ungebetene, tierische Gäste vertrieben? Oder schießen sie hier auch wieder auf Dosen? Wir wissen es nicht und packen lieber schnell zusammen. Doch durch die Nähe zum Bachlauf sind Zelt und Motorrad total nass geworden und auch wir haben Besuch: auf und unter unserem Zelt sitzen kleine Frösche!
Vorbei am Bordschomi Nationalpark und der Stadt Goris fahren wir durch die grünen Landschaften Georgiens bis wir am späten Nachmittag Tiflis erreichen. Wir können die Werkstatt nicht auf Anhieb finden, doch zu unserem Glück taucht vor uns ein Motorradfahrer auf, der weiß wo wir hinwollen und geleitet uns zur Werkstatt. Im Hof stehen die unterschiedlichsten Motorräder rum, in mehreren Garagen wird geschraubt und wir fühlen uns hier gleich wohl. Der Besitzer, Dima hat eine BMW 1100 RT, die er über alles liebt und die (bis auf wenige Unterschiede), baugleich zu unserer Maschine ist. Er hat die benötigten Teile da und macht uns ein gutes Angebot für Kupplung und Öl- und Filterwechsel, in 2 Tagen soll Gregor fertig sein.
Sebastian, der mit seiner Freundin von Singapur unterwegs nach Deutschland ist, steht ebenfalls gerade mit seiner defekten Triumph Tiger bei Bikeland. Wir folgen den Beiden bereits länger auf Facebook (Makaka on the run Link) und freuen uns über das zufällige Treffen! In der Nähe des Bikeshops suchen wir uns ein kleines Appartement mit Küchenzeile und schleppen sämtliche Sachen, die wir nicht in der Werkstatt lassen wollen, zu Fuß dorthin. Schon beginnen wir Gregor zu vermissen 😉 Nach einer heißen Dusche und Abendessen mit frischem georgischem Gemüse fallen wir müde ins weiche Bett.
Donnerstag, 21.09.2017 Tiflis: 0 km
Da Gregor ja in der Werkstatt ist, machen wir uns mit Bus und Metro auf in die etwa 8 km entfernte Innenstadt. Jede Busfahrt kostet 0,50 georgische Lari, die wir brav am Automaten im Bus einwerfen. Allerdings reicht es anscheinend auch erst dann zu bezahlen wenn der Kontrolleur einsteigt. Wenn er nach dem Fahrschein fragt einfach die 17 cent geben. Vielleicht kann das jemand mal in Deutschland ausprobieren? 😉 Gerade nach einer Stunde Anfahrt angekommen, erhalten wir eine Nachricht aus der Werkstatt: „Kupplung passt nicht, bitte vorbeikommen“. Also fahren wir direkt wieder 30 Minuten zurück und erfahren was genau los ist: Die Kupplungsscheibe ist eigentlich für eine 1150 GS und passt von der Aufnahmeschraube her nicht an unser Moped. Der Witz ist, das das komplette Teil Baugleich ist. Nach der Frage warum BMW dies tut, bekommen wir die Gegenfrage warum BMW alle paar Jahre den Kardanantrieb von einer Seite auf die andere wechselt… Die Jungs wissen allerdings einen Ausweg: Der Kupplungsbelag wird an unsere alte Kupplungsscheibe montiert und so haben wir wieder einen neuen Belag auf unserer alten Kupplungsscheibe! Allerdings dauert es dann doch einen weiteren Tag und ein weiteres Problem wird gefunden: Der Kupplungszug muss auch noch gemacht werden, da sich bereits vier Stahlseile getrennt haben.
Am Abend sind wir mit unseren neuen Freunden Sebastian und Yuliya von Makaka on the Run, in der Innenstadt verabredet. Da wir heute schon über zwei Stunden in Bussen gesessen haben, bestellen wir uns dieses Mal ein Taxi. Im Restaurant genießen wir Kebab, Salate und eine georgische Spezialität, Adjaruli Khachapuri. Ein köstliches mit Käse, Butter und Ei gefülltes Brot, wobei das Ei meisten oben drauf zu sehen ist. Nach dem Essen geht’s weiter in eine Rooftop Bar mit herrlicher Aussicht auf die beleuchtete Trinity Kathedrale und das Narikala Fort. Neben georgische Weißwein probieren wir auch den traditionellen georgischen Tresterbrand namens Chacha. Wir ziehen weiter durch die belebte Altstadt von Tiflis, viele Bars und Kneipen haben heute Livebands, es herrscht überall eine ausgelassene Stimmung, die Menschen trinken und feiern und wir sind mittendrin! Unsere letzte Station ist ein Irish Pub, dort verbringen wir bei Karaoke und Bier einen lustigen Abend mit unseren neuen Freunden, bevor wir uns gegen 3 Uhr müde auf den Heimweg machen.
Freitag, 22.09.2017 Tiflis: 0km
Heute kommt mal wieder alles anders als geplant. Wir schlafen zunächst aus, und wollen uns danach endlich mal Tiflis bei Tageslicht anschauen. Vorher gehen wir an der Werkstatt vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Dort treffen wir auf Mike, einen Motorradreisenden aus Kolumbien, der schon seit 3 Jahren unterwegs ist und noch weitere 3 Jahre vor sich hat!
Melli, Matze, Dima, Mike!
Wir haben uns unendlich viel zu erzählen und im Nu vergehen Stunden! Die Begegnung mit Mike gibt uns so viel mehr als eine Sightseeing Tour durch die Stadt. Er hat wirklich unsere Herzen berührt und wir sind froh den Tag mit ihm verbracht zu haben! Es sind solche Menschen, die unsere Reise interessant und einzigartig machen.
Am Abend schlendern wir dann zumindest noch ein wenig durchs romantisch beleuchtete Tiflis, vorbei an kleinen Läden wo es die georgische Spezialität Tschurtschela gibt.
Dazu zieht man Walnüsse oder Haselnüsse auf eine Schnur und überzieht sie mit angedicktem Traubensaft. Wir spazieren durch kleine Gassen hoch bis zur Narikala Festung und zur Statue Kartlis Deda, die die Stadt Tiflis symbolisiert und im Volksmund „Mutter Georgiens“ genannt wird. In ihrer linken Hand hält diese eine Schale Wein für die Freunde und ein Schwert gegen die Feinde in der rechten.
Wir schlagen unser Zelt auf und können direkt von hier das Märchenland Kappadokiens bewundern:
Seltsam geformte Felsen, Feenkamine und die Stadt Göreme mit ihren Felsen- und Höhlenhäusern liegen in Sichtweite. Wir haben keine Essensvorräte mehr und müssten jetzt erstmal noch Einkaufen fahren. Doch zu unserem Glück lädt uns Sabine zum gemeinsamen Essen mit Allen ein. Immerhin können wir türkische Wurst beisteuern. So genießen wir heute Abend eine köstliche Reispfanne, begleitet von kappadokischem Rotwein und garniert mit Reiseerlebnissen unserer neuen Freunde!
Nach und nach starten immer mehr Ballons, wir zählen über 70 Stück die langsam steigen und abwechselnd glühen. Manche fliegen sogar ganz dicht an den Felsen entlang. Was für ein tolles Spektakel!
Wir legen uns allerdings anschließend wieder ein Weilchen aufs Ohr 😉 Gegen Mittag fahren wir in das nahgelegene Dorf Ürgup, wo es eine unterirdische Höhlenstadt, Felsenhotels, Restaurants und Souvenirläden gibt. Wir essen hier eine Kleinigkeit zu Mittag, genehmigen uns als Nachtisch köstliche Baklava mit Dondurma (türkisches Eis) und begeben uns auf die Suche nach einem Metzger. Heute Abend möchten wir gemeinsam mit unseren Overlander- Freunden grillen und kümmern uns um Fleisch und Kohle. Das Fleisch in den Supermärkten wird unseren Ansprüchen nicht gerecht, aber wir fragen uns durch bis wir einen Metzger finden. Eigentlich erkennen wir die Wörter für Lamm, Huhn usw. auf den Speisekarten der Restaurants, aber natürlich kommen sie uns just in dem Moment nicht in den Sinn. Auf der Theke steht eine Kuhfigur und auch ein Lämmchen, und so können wir ohne „Määäh“ und „Muuuh“ von uns zu geben, erklären was wir wollen bzw. der Metzger uns erklären was er im Angebot hat. Von welchem Teilstück genau die Rede ist zeigt er uns dann zusätzlich auch noch an seinem Körper und so machen wir uns mit genügend Rindersteaks in den Koffern zurück zum Campingplatz.
Wir spazierend staunend durch Felsentunnel, genießen die Ruhe und Einsamkeit und entdecken viele Höhlen die in den Tuffstein gehauen wurden, selbst in den höchsten Bereichen.
Hier gibt es wirklich unglaublich viel zu erkunden und zu erwandern!
Abends heizt Uwe dann der Kohle ordentlich ein, Grillmeister Matze kümmert sich ums Fleisch, Sabine zaubert uns leckeren Tzatziki und Salat, Corinne und Oli spendieren abermals eine Flasche Rotwein und so verbringen wir erneut einen unvergesslichen Abend. Oli und Corinne erzählen uns von ihren bisherigen Expeditionen durch Afrika, Uwe und Sabine von ihren Erlebnissen mit der Istanbuler Polizei. Wir philosophieren über das Reisen an sich, über den Sinn und den Zweck, haben ähnliche Ansichten, teilen dieselben „Probleme“ die solch eine Langzeitreise mit sich bringt… und könnten ewig so weitermachen. Der heutige Platzwart des Campingplatzes, Osman gesellt sich zu uns, wir kredenzen ihm Schweizer Tee, er lehnt eine zweite Tasse allerdings dankend ab und kocht uns lieber die türkische Variante 😉 Mithilfe des Google Translaters „unterhalten“ wir uns ein wenig mit ihm und erfahren so ein paar Details aus seinem Leben. Irgendwann, zu späterer Stunde, kriechen wir müde aber glücklich in unsere Schlafsäcke.
Nun heißt es für uns zusammen packen und Abschied von unseren neuen Freunden nehmen! Sowohl Sabine und Uwe als auch Oli und Corinne reisen deutlich langsamer als wir, aber wer weiß, vielleicht kreuzen sich unsere Wege im Iran noch einmal!
Leider ist Ugur selber nicht auf der Farm, doch wir dürfen trotzdem dort übernachten und genießen neben Bett und warmer Dusche die friedvolle Farm.
Den Tag verbringen wir mit Schreiben von Artikeln, Sortieren von Bildern und wir erkunden die Farm.
Abends begleitet uns einer der Farmjungs zu einem Suppenrestaurant. Die Speisekarte ist für uns wenig aufschlussreich und so bestellen wir das Gleiche wie unsere Begleiter. Dummerweise bekommen wir dadurch mal wieder Lammhirnsuppe serviert 😉 Schmeckt gar nicht mal so schlecht, aber wird trotzdem nicht zu unserer Lieblingsspeise! Wir beenden den Abend mit einem gemütlichen Lagerfeuer vor „unserem Farmhaus“ und gehen früh ins Bett, denn morgen geht’s weiter!
Die Fahrt dauert nur ca. 15 Minuten und im Anschluss befinden wir uns in der quirligen Stadt Çanakkale. Diese verlassen wir schnell und landen am frühen Nachmittag in einem kleinen Bauerndorf, indem die Hühner über die Straße laufen und alles sehr beschaulich wirkt. Hinter dem Dorf finden wir sogar einen kleinen Strand mit Restaurant. Dort relaxen wir ein Weilchen bei Eis und kühlen Drinks. Ein Einheimischer kommt vorbei und bringt uns eine „speciality from the mountains“: viele kleine, köstliche Beeren und dazu noch genau drei Kartoffelchips!? 😉 Ob wir hungrig ausgesehen haben? Vielleicht nicht, sonst hätten wir bestimmt mehr Chips bekommen!
Total genervt von den Viechern und den fiesen Stichen bauen wir unser Zelt auf. Wir essen heute dann auch lieber im Zelt! Nachts haben wir ein ungutes Gefühl, es fahren viele Autos oder Traktoren an unserem vermeintlich guten Zeltplatz vorbei. Und neben den Gesängen des Muezzin hören wir immer wieder Glocken von Ziegenherden und Rufe des Hirten. Zum Glück bleiben wir aber von nächtlichem Besuch verschont!
Vielleicht hilft die Schlammpackung ja auch gegen den Sonnenbrand den Melli hier in Pamukkale bekommen hat!
Bevor wir zurück auf den Campingplatz fahren, decken wir uns im Dorf noch mit Brot, türkischer Wurst, Käse und Kartoffeln ein. Was wir für Käse hielten entpuppt sich allerdings als eine Art Quark, aus dem Matze mit Knobi, Olivenöl und Gewürzen einen leckeren Dip zu unserem Brot zaubert. Die Wurst stellt sich als Glücksgriff heraus, sie schmeckt unglaublich gut! Nachmittags arbeiten wir am Laptop, ruhen uns aus und genießen die großartige Aussicht von unserem Camp aus.
Zum Abendessen kochen wir die frischen Kartoffeln. Gemeinsam mit dem Rest Dip, der Wurst, der tollen Aussicht und einem türkischem Bier ein richtiger Festschmaus!
Es wachsen die von uns so geliebten Feigenbäume, Limetten, Avocados, Kaktusfeigen, Haselnüsse und überall Unmengen von köstlich süßen Trauben- wir dürfen von Allem naschen 😉 Melli ist mittlerweile Profi im überall Feigenbäume entdecken und ernten geworden! Ein versteckter, verschlungener Pfad führt uns durch den Wald und über Felsen bis zum Aktas Beach, der eher eine kleine, romantische Bucht ist, wo wir den halben Tag verbringen und uns gut erholen. 

Auf dem Rückweg entdecken wir eine Schildkröte!
Endlich können wir mal eine in Ruhe betrachten, das geht bei den Exemplaren die über die Straße schleichen leider nie. Diese hier ist zum Glück nicht sehr scheu und springt nicht direkt ins Geäst. Zum Sonnenuntergang nutzt Melli die Holzplattform dann auch wirklich zum Yoga.
Bei Kerzenschein gönnen wir uns im Anschluss das Abendmenu von Nuri:
Nach einer orientalischen Kürbissuppe bekommen wir Salat, geröstete Paprika, Meze und frischen gegrillten Fisch und Hähnchen mit Rosmarinkartoffeln serviert.
Köstlich!
Es gibt nur vier Gerichte zur Auswahl, der Wirt spricht kein Englisch und unser Türkisch reicht nicht aus um seine Erklärungen zu verstehen. Also bestellen wir einfach die ersten drei Gerichte auf der Karte und lassen uns überraschen. Uns wird zuerst eine Suppe serviert, Matze kostet und grinst: „ Die esse ich wohl schon mal alleine!“ Es sind Innereien drin, auch Lammhirn. Melli kostet tapfer und isst auch einen großen Teil davon mit. Als nächstes bekommen wir Kebab, das wird hier allerdings nicht so serviert wie in Deutschland. Hier in der Türkei ist Kebab gegrilltes Fleisch, meistens Lamm, auf „Pide“ (Fladenbrot) serviert und dazu etwas gegrillte Paprika, Tomaten und gegarten halben Zwiebeln. Das dritte Gericht entpuppt sich als Salat aus weißen Bohnen, verfeinert mit Ei und angemacht mit Tahin, super interessanter Geschmack! Zusätzlich bekommen wir noch einen Salat aus Tomaten, Gurken und rohen Zwiebeln. Nachdem wir alles brav verputzt haben bringt uns der Wirt auch noch das vierte und somit letzte Gericht auf der Speisekarte, das wir gar nicht bestellt hatten. Aber er erklärt uns es sei die Spezialität des Hauses und es geht zusammen mit türkischem Tee dazu für uns aufs Haus: Helva, eine warme, mit Zimt bestreute Süßspeise, die schmeckt wie der köstlichste Zimtwaffelteig! Von den türkischen süßen Versuchungen bekommen wir nicht genug, auf dem Rückweg ins Hotel kommen wir noch an einem Geschäft vorbei wo Unmengen von „Turkish Delight“ und Nüsse verkauft werden und wir holen uns einige Leckereien und Datteln.
Unser nächstes Ziel ist das berühmte Kappadokien, aber bis dorthin sind es noch über 500 km. Zu viel für heute, denn es ist mittlerweile schon nach 14 Uhr. Die Strecke führt uns durch die Berge, vorbei an unzähligen Straßenständen an denen Honig verkauft wird. In einem kleinen Dorf in den Bergen machen wir nachmittags halt und bestellen „Balik“ (Fisch) und „Köfte“ (gegrillte Hackbällchen). Auch dazu bekommen wir wieder Pide und einen Salat aus Tomaten, Gurken und Zwiebeln serviert. Wir decken uns noch mit Wasser und Brot ein und suchen uns im Verlauf der Strecke vor der Stadt Konya einen Platz zum campen. In einem bewaldeten und felsigen Gebiet finden wir eine Seitenstraße von der eine kleine Schotterpiste abgeht. Nach kurzer Zeit sind wir außer Sicht- und Hörweite der Straße und finden ein hübsches Plätzchen für unser Nachtlager.
Dieses Mal hören wir auch keinen Muezzin und nur aus weiter Ferne vereinzelt ein paar Ziegenglocken läuten. Ansonsten ist es mucks Mäuschen still, doch in abends fallen Schüssen- Wie unheimlich! Später erfahren wir allerdings, dass hier viel mit Schrot!? auf Büchsen geschossen wird, also wohl halb so wild!

Am frühen Vormittag hält sich der Touristenansturm noch in Grenzen, nimmt dann aber doch zu. Da positionieren wir mühsam die Kamera, parken extra Gregor um, bringen uns in Position, betätigen den Selbstauslöser und flatsch, läuft uns eine beleibte Touristin Mitten ins lange vorbereitete Bild 😉
Für uns das Signal jetzt besser weiter zu fahren! Doch wie der Zufall es will treffen wir kurz vorm Losfahren noch einen spanischen Motorradreisenden in unserem Alter, der mit seiner Transalp durch den Balkan bis nach Griechenland gereist ist. Wir unterhalten uns noch ein Weilchen und machen bevor es weitergeht noch ein Foto:
Ganz an der Spitze des Mittelfingers liegt der Kalamitsi Beach wo wir einen kleinen, schattigen Campingplatz finden. Das Wasser am Strand ist glasklar und das kalte Nass bietet uns nach der langen Fahrt eine angenehme Erfrischung.
Unser Abendessen genießen wir heute direkt am Strand. Mit den Füßen im Sand und dem ein oder anderem Gläschen Retsina lassen wir uns gebackenen Feta, hausgemachten Auberginensalat und gegrillte Sardinen schmecken.
Wir bleiben noch einen Tag in Kalamitsi, relaxen am Strand und auf unserem Campingplatz, waschen Wäsche, schreiben Artikel und sortieren Bilder. Matze versorgt dabei Melli mit Frappe 😉 Mehr gibt es über diesen Tag einfach nicht zu berichten. Zwischendurch brauchen wir solche Tage. Das Reisen an sich ist wunderschön, aber manchmal auch anstrengend. Und wir müssen auch mal Zeit finden um das Erlebte zu verarbeiten.
Danach geht es über die Autobahn in die Grenzstadt Alexandroupolis, wo wir auf einem Campingplatz direkt am Strand gelegen übernachten. Unsere Vorräte sind aufgebraucht, aber in den Regalen des Minimarkts vom Campingplatz herrscht gähnende Leere. Also machen wir uns zu Fuß auf die Suche nach einem anderen Supermarkt damit wir nicht mit leerem Bauch in unsere Schlafsäcke kriechen müssen. Allerdings dröhnt uns die halbe Nacht lauter Heavy Metal vom „Alexandroupolis Open Air“ in die Ohren. Wären wir besser mal hingegangen und hätten mitgefeiert! Unsere Zeit in Griechenland ging viel zu schnell vorbei, doch es zieht uns weiter in die Ferne!
Ähnlich wie in Kroatien kommen uns auch in Montenegro viele Motorradfahrer entgegen. Wir fahren an Igalo vorbei, ein Strandort mit großen Hochhäusern, Plattenbauten und Stränden zugepackt mit Sonnenschirmen, welch krasser Gegensatz zur unverbauten, hübschen kroatischen Adriaküste. Außer viel Müll am Straßenrand sehen wir auch eine Bauruine mit „zu verkaufen“ Schild nach der Anderen. Die Küste von Montenegro ist bisher weniger unser Ding und so fahren wir in Richtung Kotor. Die Stadt liegt an einer riesigen Bucht, die umrandet ist von steil abfallenden Bergen, ähnlich wie ein Fjord. Es gibt sogar zwei Inseln in der Bucht. Wir fahren die ganze Bucht von Kotor entlang und genießen das Panorama. Leider haben wir aufgrund des trüben Wetters kaum Sicht auf die Berge.
Die nächste Stadt an der Küste, Budva gefällt uns wenig. Der Stadtverkehr zerrt an unseren Nerven, die Hochhäuser und Hotelbauten sind wenig ansehnlich. Also fahren wir immer weiter Richtung Süden, bis wir zwischen Milocer und Drobnici eine Campinggelegenheit oberhalb einer kleinen, hübschen Bucht mit glasklarem Wasser finden. Hier hat man auch einen wundervollen Ausblick auf die vor Budva gelegene Insel.
Außerdem gibt es ein romantisches Strandrestaurant, das nur die Einheimischen zu kennen scheinen. Wir gönnen uns zuerst ein erfrischendes Bad im Meer und im Anschluss ein delikates Abendessen im Strandrestaurant: Als Vorspeise genießen wir lokale Oliven, Käse und Schinken und als Hauptgang frischen, gegrillten Oktopus. Und während die Sonne über dem Meer versinkt, stoßen wir mit leckerem, kroatischem Weißwein auf unsere erste Reisewoche an.
Melli geht zu dem Hof und fragt nach dem Campingplatz, der albanische Bauer spricht kaum englisch, aber er gibt zu verstehen dass es hier keinen Campingplatz gibt. Wir ruhen uns erstmal etwas aus und in der Zwischenzeit kommt der Bauer zu uns. Matze reicht ihm die Hand und stellt sich vor. Wir erklären ihm das wir heute nicht mehr weiterfahren können und hier zelten werden, daraufhin lädt er uns ein auf seinem Gelände in der Nähe seines Hofes zu zelten. Dort gäbe es auch Wasser und wir sollten später auf einen „Drink“ vorbeizukommen. Super! Wir schlagen unser Zelt auf, machen uns frisch und gehen vorbei an Hunden, Hühnern und Schafen in Richtung Häuschen.
Dieses ist nicht Mals annähernd fertig gebaut! Unser Gastgeber Dorian fordert uns auf hineinzutreten. Sein Vater ist gerade am Mauern, die Mutter in der „Küche“.
Wir nehmen im offenen Wohnzimmer am Tisch Platz und bekommen gegrillte Maiskolben. Wir verständigen uns auf Englisch und mit Händen und Füßen. Dorian stellt uns auch seine Eltern vor und bringt uns auf einem Tablett Schnaps und Bier. Wir lernen unser erstes albanisches Wort: Gezuar- Prost! Im Anschluss bringt er noch selbstgemachten Käse, Tomaten vom eigenen Feld, frisch gebackenes Maisbrot und Bohnensuppe. Mit so einem Abendessen hätten wir heute gar nicht gerechnet! Alles was wir dazu beisteuern können ist montenegrinischer Schinken aus dem Supermarkt, der bei unseren Gastgebern allerdings auf wenige Begeisterung stößt. Die Hunde und Katzen freuten sich umso mehr! 😉 Wir erfahren das der leckere Schnaps selbstgebrannt ist und möchten wissen aus was. Dorian kann unsere Frage auf Englisch nicht beantworten und verschwindet. Während wir zusammen mit dem Vater und der Katze, welche großzügig mit Schinken versorgt wird, sitzen kommt er mit einem Pflaumenzweig in der Hand zurück 😉 Trotz der Verständigungsprobleme verbringen wir einen herrlichen Abend bei Dorian und sind überwältigt von der albanischen Gast- und Tierfreundlichkeit.
Stolz zeigt er uns danach den ganzen Hof, das dazugehörige Land mit Maisfeld und Weideflächen, den Gemüsegarten und alle Tiere: Hunde, Katzen, Schafe, Pferde, Hühner, Enten, Truthähne und Kühe.
Die Familie bietet uns an länger zu verweilen, doch wir müssen weiter ziehen. Zum Abschluss machen wir noch Fotos zusammen und versprechen sie Dorian zukommen zu lassen. Die Mutter drückt und küsst Melli herzlich. Als Proviant bekommen wir noch Tomaten mit auf den Weg. Es war eine super schöne Erfahrung für uns bei einer einheimischen Familie so herzlich aufgenommen und versorgt zu werden und mehr über das Leben im ländlichen Albanien zu erfahren.
Sie kostet uns inklusive Frühstück 15 € (der Zeltplatz ohne Frühstück kostet 10 €). So können wir uns den Zelt Auf- und Abbau im Nassen sparen 😉 Die Farma Sotira liegt umgeben von Wald im Süden Albaniens. Es gibt hier Kühe, Pferde und Schafe, auch allerlei Geflügel, eine Fischzucht und eigenen Wein. Diesen lassen wir uns nach einer ausgiebigen warmen Dusche zum Abendessen schmecken. Wir genießen dazu wieder frisch selbstgebacktes Maisbrot, hausgemachten Käse und Tzatziki, gegrilltes Lamm und gegrillten Fisch aus der eigenen Zucht. Abends halten uns noch eine Zeitlang die Enten wach, die an dem kleinen Bachlauf an unserer Holzhütte schnattern.

In der Nähe des Nationalparks Paklenica folgen wir Google Maps (mit dem wir navigieren) durch ein kleines Dorf, immer entlang einer „gelben Route“, die normalerweise eine Hauptstraße sein sollte. Doch plötzlich geht es steil eine Seitenstraße hoch, wir überlegen noch ob wir besser umdrehen sollen, oder Melli mal zu Fuß schauen gehen soll. Entscheiden uns doch fürs Weiterfahren um dann festzustellen, dass die Straße oben am Berg einfach endet und nur noch ein holpriger Weg mit großen Steinen weiter in die Berge führt. Wir halten und… kippen um. Dank den stabilen 
Wir entscheiden uns dazu einen Tag im Kamp Paradiso zu bleiben. Vor unserem Start hatten wir unheimlich viel Stress, waren angespannt und die ersten 1.000 km haben wir ja auch schon hinter uns gebracht. Also schwimmen wir einmal quer durch die Bucht, entspannen am Meer und in unserm schönen Olivenhain, Melli sortiert die ersten Bilder und Matze probiert das erste Mal in Ruhe unseren neuen Benzinkocher aus:

Nach unserem Ruhetag sind wir froh, dass es wieder weiter geht, als Tagesziel setzen wir uns einen kleinen Ort vor Dubrovnik. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch kroatische Dörfer und durch die Berge, vorbei an fruchtbaren Tälern in denen Obst- und Gemüse angebaut wird, welches direkt an der Straße auch verkauft wird. Ein Stück fahren wir auch über die Autobahn, damit wir schneller vorankommen. Die Autobahnanzeigetafeln zeigen 35° C an, ganz schön heiß! Hier an der südlichen Küste Kroatiens verändert sich auch die Vegetation, es wachsen nicht nur Büsche und kleine Olivenbäume sondern auch Pinien, Zypressen und vereinzelt auch Palmen. Alles wirkt sehr mediterran, die kleinen Dörfer und Häfen entlang der Küste sind unheimlich hübsch anzusehen. Der Weg führt uns heute auch raus aus der EU: Ein kleines Stück geht es durch Bosnien Herzegowina. An der Grenze werden wir durchgewunken, so bleibt uns ein nerviger Grenzstau und längere Passkontrollen erspart. Man sieht deutlich dass wir durch ein ärmeres Land fahren, wir sehen viel Müll und unschöne Plattenbauten bestimmen das Landschaftsbild. Aber schon nach kurzer Zeit sind wir wieder zurück in Kroatien. Am frühen Nachmittag kommen wir beim Campingplatz Pod Maslinom in Orasac an.
Hier ist schon Nebensaison und so können wir diesen hübschen Campingplatz und die schönen Sanitäranlagen für nur 15 € die Nacht nutzen. Zum Meer geht ein steiler Weg hinab, endlich unten angekommen werden wir mit einer kleinen Bucht und einem Platz ganz für uns zwischen den Felsen belohnt! Die Erfrischung tut uns sehr gut!
Mit dem Motorrad fahren wir am Abend in das 17 km entfernte Dubrovnik. Im Gegensatz zu den ganzen Autofahrern finden wir ohne Probleme einen Parkplatz. Wir schlendern ein wenig durch die Stadt.
Die hübsche Altstadt ist umgeben von einer begehbaren Stadtmauer und liegt direkt am Meer.





Nach einer kalten aber erholsamen Nacht in den slowenischen Bergen ließen wir am Morgen erstmal unser klammes Zelt in der Sonne trocknen, frühstückten und packten. Nach ganzen 3 Stunden waren wir endlich startklar. Beim Rangieren des voll beladenen Gregors fiel er uns dann zum zweiten Mal um und auch dieses Mal passierte nichts. Schnell war er wieder aufgerichtet und weiter ging die Reise. Vorbei an Slowenischen Dörfern fuhren wir Richtung Kroatien. Kurz vor der Grenze in Rupa warb am Straßenrand eine Wechselstube nach der Anderen mit den besten Wechselkursen, denn in Kroatien gibt es keinen Euro sondern die Landeswährung Kuna. Wir waren uns unsicher ob wir schon hier Geld wechseln sollen, entschieden uns aber dagegen und fuhren weiter. Dann kam auch schon der Grenzübergang nach Kroatien und nach ungefähr 10 km sahen wir zum ersten Mal das Meer! Schönes Gefühl! Im Vergleich zu Deutschland, Österreich und Slowenien ist hier in Kroatien super Sommerwetter. In Rijeka, einer größeren kroatischen Stadt machten wir dann kurz an einem Geldautomaten halt um uns mit der Landeswährung zu versorgen. Ursprünglich wollten wir direkt ins Meer springen sobald wir es erreicht haben, aber leider ergab sich zunächst keine Gelegenheit, wo wir direkt am Wasser das Motorrad abstellen konnten. Also fuhren wir erstmal weiter, immer entlang der Küste.
An einer Bucht in Bakarac machten wir dann Mittagspause und gönnten uns dalmatischen Schinken, Käse und 







