Reisetagebuch Kapitel 4: Chillen auf Chalkidiki

An dem kleinen Grenzübergang zwischen Leskovik und Konitsa erhoffen wir uns kurze Wartezeiten. Eigentlich ist hier auch absolut nichts los, doch vor uns ist eine 6-köpfige Gruppe slowakischer Motorradfahrer. Sie wollen bloß in Griechenland Essen gehen und dann wieder zurück nach Albanien fahren, verrückt 😉 Bis der freundliche griechische Grenzbeamte die „Außerlandesesser“ und uns abgefertigt hat, vergeht dann doch fast insgesamt eine ganze Stunde. Das Land der Hellenen empfängt uns mit strahlend blauem Himmel, herrlichen grünen Berglandschaften und guten Straßen. Doch plötzlich besteht Kollisionsgefahr:  Ein sich vermeintlich bewegender Stein stellt sich als Schildkröte heraus, die mit Maximalgeschwindigkeit die Straße überquert! Zum Glück können wir noch gerade rechtzeitig ausweichen ;).  Wir fahren entlang des Pindus National Park und machen Rast an einem Café in den Bergen. Dort genießt Melli ihren ersten Frappe, ihre liebste griechische Kaffespezialität. Auch setzen wir unseren guten Vorsatz in die Tat um und lernen gleich hier die ersten griechischen Vokabeln, zumindest Hallo,  Guten Tag, Danke und Bitte sitzen schon mal. Am Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel, den Campingplatz Vrachos Kastraki. Dieser liegt direkt unterhalb der eigentümlich geformten Konglomeratfelsen, auf denen sich die Meteora-Klöster befinden. Die griechisch-orthodoxen Meteora-Klöster gehören zum Welterbe der Unesco. Doch wir sind heute zu müde sie noch zu besichtigen, das machen wir lieber morgen!

 

Donnerstag, 31.08.2017 Meteora- Kalamitsi: 393 km

Wie angekündigt stehen heute die Meteora-Klöster auf unserem Programm, das ist Sightseeing nach unserem Geschmack: Mit Gregor können wir durch das große, in den Bergen gelegene Areal der Klöster fahren und wir machen den ein oder anderen Fotostopp. Am frühen Vormittag hält sich der Touristenansturm noch in Grenzen, nimmt dann aber doch zu. Da positionieren wir mühsam die Kamera, parken extra Gregor um, bringen uns in Position, betätigen den Selbstauslöser und flatsch, läuft uns eine beleibte Touristin Mitten ins lange vorbereitete Bild 😉  Für uns das Signal jetzt besser weiter zu fahren! Doch wie der Zufall es will treffen wir kurz vorm Losfahren noch einen spanischen Motorradreisenden in unserem Alter, der mit seiner Transalp durch den Balkan bis nach Griechenland gereist ist. Wir unterhalten uns noch ein Weilchen und machen bevor es weitergeht noch ein Foto:

Unser Tagesziel ist weit entfernt, wir wollen auf die Halbinsel Chalkidiki, genauer gesagt auf den „Mittelfinger“ der Halbinsel namens Sithonia. Die Fahrt dorthin führt uns vorbei an endlosen Olivenplantagen und vorbei an der riesigen Stadt Thessaloniki. An einer Raststätte verkauft ein Obsthändler Nektarinen in 2 kg Kisten, leider natürlich viel zu viel für uns. Melli erklärt dem Verkäufer das sie gerne eine einzige hätte, doch anstelle ihr den Preis zu nennen schenkt ihr der Verkäufer diese! Entlang der gesamten Ostküste der Halbinsel Sithonia bieten sich uns wieder traumhafte Küstenpanoramen, abwechselnd mit herrlich duftenden Pinienwäldern. Ganz an der Spitze des Mittelfingers liegt der Kalamitsi Beach wo wir einen kleinen, schattigen Campingplatz finden. Das Wasser am Strand ist glasklar und das kalte Nass bietet uns nach der langen Fahrt eine angenehme Erfrischung. Unser Abendessen genießen wir heute direkt am Strand. Mit den Füßen im Sand und dem ein oder anderem Gläschen Retsina lassen wir uns gebackenen Feta, hausgemachten Auberginensalat und gegrillte Sardinen schmecken.

 

Freitag, 01.09. 2017 Kalamitsi: 0 km

Chilltime auf Chalkidiki! Wir bleiben noch einen Tag in Kalamitsi, relaxen am Strand und auf unserem Campingplatz, waschen Wäsche, schreiben Artikel und sortieren Bilder.  Matze versorgt dabei Melli mit Frappe 😉 Mehr gibt es über diesen Tag einfach nicht zu berichten. Zwischendurch brauchen wir solche Tage. Das Reisen an sich ist wunderschön, aber manchmal auch anstrengend. Und wir müssen auch mal Zeit finden um das Erlebte zu verarbeiten.

 

Samstag, 02.09. 2017 Kalamitsi- Alexandroupolis: 375 km

Gut erholt gehen wir heute unsere letzte und lange Etappe in Griechenland an. Zunächst fahren wir entlang der gesamten Ostküste von Sithonia und genießen noch einmal das Panorama der schönen Halbinsel, im Endeffekt haben wir sie nun einmal komplett umfahren. Mittags rasten wir an einem verlassenen Feldweg. Auf einer kleinen Brücke finden wir ein Fleckchen Schatten und legen uns kurz mal lang. Anscheinend sehen wir ganz schön fertig aus, denn es halten zwei freundliche Griechen im Auto an und fragen ob bei uns alles okay sei. Sie sind ganz erstaunt darüber, dass wir aus Deutschland sind und schenken uns einen ganzen Sack voll frisch geernteter Tomaten. Wir müssen erstmal einige verputzen, da wir gar nicht alle unter bekommen 😉 Danach geht es über die Autobahn in die Grenzstadt Alexandroupolis, wo wir auf einem Campingplatz direkt am Strand gelegen übernachten. Unsere Vorräte sind aufgebraucht, aber in den Regalen des Minimarkts vom Campingplatz herrscht gähnende Leere. Also machen wir uns zu Fuß auf die Suche nach einem anderen Supermarkt damit wir nicht mit leerem Bauch in unsere Schlafsäcke kriechen müssen. Allerdings dröhnt uns die halbe Nacht lauter Heavy Metal vom „Alexandroupolis Open Air“ in die Ohren. Wären wir besser mal hingegangen und hätten mitgefeiert! Unsere Zeit in Griechenland ging viel zu schnell vorbei, doch es zieht uns weiter in die Ferne!

2 Kommentare

  1. Herrliche Bilder!! Sie bringen noch ein wenig Sommer in unser zur Zeit ziemlich nasses und kühles Deutschland. Bin schon etwas neidisch auf euch……. ☺ liebe Grüße Silke

  2. Ein sehr schöner Beitrag, die Bilder erinnern an meine vielen Aufenthalte in dieser schönen Urlaubsregion. Bin immer wieder gerne dort.

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