Reisetagebuch Kapitel 2: „Es riecht nach Sonnencreme im Helm!“

Donnerstag, 24.08.2017 Sibinj Krmpotski- Drage: 141 km

Mittlerweile geht das Packen schon schneller! Heute fahren wir den ganzen Tag immer an der kroatischen Adria entlang. In engen Kurven geht es vorbei an unzähligen, kleinen, idyllischen Buchten mit glasklarem, türkisfarbenem Wasser. Die Strecke macht einfach Spaß. Es kommen uns immer wieder Motorradfahrer entgegen, kein Wunder bei diesen schönen Küstenstraßen. Wir sehen auch  nur wenige große Hotels, stattdessen gibt es an der kroatischen Küste unzählige Campingplätze und viele deutsche Wohnmobile und Camper.

In der Nähe des Nationalparks Paklenica folgen wir Google Maps (mit dem wir navigieren) durch ein kleines Dorf, immer entlang einer „gelben Route“, die normalerweise eine Hauptstraße sein sollte. Doch plötzlich geht es steil eine Seitenstraße hoch, wir überlegen noch ob wir besser umdrehen sollen, oder Melli mal zu Fuß schauen gehen soll. Entscheiden uns doch fürs Weiterfahren um dann festzustellen, dass die Straße oben am Berg einfach endet und nur noch ein holpriger Weg mit großen Steinen weiter in die Berge führt. Wir halten und… kippen um. Dank den stabilen Koffern, Sturzbügel und Zylinderprotektoren von Wunderlich ist weder uns noch Gregor etwas passiert!

Wir fahren bis zu dem kleinen Ort Drage, der zwischen Zadar und Sibenik liegt. Dort finden wir für unter 17 € das Kamp Paradiso und hier ist der Name Programm! Der Inhaber weist uns einen schattigen Platz in einem Olivenhain zu, wir können unsere Hängematte aufhängen und sogar von einem Feigenbaum naschen. Als wir dann unsere Pässe zum einchecken vorzeigen wollen, winkt der Besitzer ab: “No names, no ID“ und schenkt uns stattdessen kroatischen Rotwein in Plastikbechern ein 😉

 

Freitag, 25.08.2017 Drage, Kamp Paradiso: 0 km

Wir entscheiden uns dazu einen Tag im Kamp Paradiso zu bleiben. Vor unserem Start hatten wir unheimlich viel Stress, waren angespannt und die ersten 1.000 km haben wir ja auch schon hinter uns gebracht. Also schwimmen wir einmal quer durch die Bucht, entspannen am Meer und in unserm schönen Olivenhain, Melli sortiert die ersten Bilder und Matze probiert das erste Mal in Ruhe unseren neuen Benzinkocher aus:

Abends zaubert er uns köstliche Pasta mit frischem kroatischem Gemüse!

 

 

Zum krönenden Abschluss des Tages genießen wir einen herrlichen Sonnenuntergang oberhalb unseres Camps.

 

Samstag, 26.08.2107 Drage – Orasac: 301 km

Nach unserem Ruhetag sind wir froh, dass es wieder weiter geht, als Tagesziel setzen wir uns einen kleinen Ort vor Dubrovnik. Auf dem Weg dorthin fahren wir durch kroatische Dörfer und durch die Berge, vorbei an fruchtbaren Tälern in denen Obst- und Gemüse angebaut wird, welches direkt an der Straße auch verkauft wird. Ein Stück fahren wir auch über die Autobahn, damit wir schneller vorankommen. Die Autobahnanzeigetafeln zeigen 35° C an, ganz schön heiß! Hier an der südlichen Küste Kroatiens verändert sich auch die Vegetation, es wachsen nicht nur Büsche und kleine Olivenbäume sondern auch Pinien, Zypressen und vereinzelt auch Palmen. Alles wirkt sehr mediterran, die kleinen Dörfer und Häfen entlang der Küste sind unheimlich hübsch anzusehen. Der Weg führt uns heute auch raus aus der EU: Ein kleines Stück geht es durch Bosnien Herzegowina. An der Grenze werden wir durchgewunken, so bleibt uns ein nerviger Grenzstau und längere Passkontrollen erspart. Man sieht deutlich dass wir durch ein ärmeres Land fahren, wir sehen viel Müll und unschöne Plattenbauten bestimmen das Landschaftsbild. Aber schon nach kurzer Zeit sind wir wieder zurück in Kroatien. Am frühen Nachmittag kommen wir beim Campingplatz Pod Maslinom in Orasac an.  Hier ist schon Nebensaison und so können wir diesen hübschen Campingplatz und die schönen Sanitäranlagen für nur 15 € die Nacht nutzen. Zum Meer geht ein steiler Weg hinab, endlich unten angekommen werden wir mit einer kleinen Bucht und einem Platz ganz für uns zwischen den Felsen belohnt! Die Erfrischung tut uns sehr gut!

 

Mit dem Motorrad fahren wir am Abend in das 17 km entfernte Dubrovnik. Im Gegensatz zu den ganzen Autofahrern finden wir ohne Probleme einen Parkplatz. Wir schlendern ein wenig durch die Stadt.

 

 

 

 

Die hübsche Altstadt ist umgeben von einer begehbaren Stadtmauer und liegt direkt am Meer.

Trotz der vielen Touristen hat das Städtchen einen unvergleichbaren Charme und wir genießen dort einen schönen Abend. Zurück auf unserem Campingplatz lassen wir den Tag mit einem Bierchen, Brot und kroatischer Wurst gemütlich ausklingen. Morgen verlassen wir das schöne Kroatien.

Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und es war für uns das perfekte erste Reiseland: Gute Straßen, eine Traumroute entlang der Adria, tolles Wetter und europäischer Standard in Sachen Infrastruktur. So konnten wir uns ohne Probleme an das Leben „on the road“ gewöhnen, uns nach jedem Fahrtag im Meer erfrischen und einfach genießen.

 

 

2 Kommentare

  1. Mamalee und papalee Ruffing

    September 1, 2017 at 6:06 pm

    Es macht riesen Bock euch zu folgen. Die Texte verursachen beim Lesen und bei uns direkt Fernweh und wunderbare Bilder. Weiter so und danke!!!

  2. Hallo Melli, hallo Matze!
    Habe durch Eri von Eurer Reise erfahren und lese begeistert euer Reisetagebuch. Finde die Beschreibung und Bilder sehr schön, sie machen Lust darauf auch mal in Kroatien Urlaub zu machen….. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und gutes Gelingen auf eurer Tour und bin schon gespannt auf euren nächsten Bericht.
    Liebe Grüße
    Silke Norden

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