Reisetagebuch: Kapitel 1

Sonntag, 20.08.2017 Hüttersdorf-Hurst: 250 km

„Es ist so weit, heute geht’s endlich los!“ Bevor die ganze Familie zur Verabschiedung angerückt war, hatten wir noch schnell das voll beladene Motorrad aus der Garage geschoben, nicht das uns noch ein Unglück passiert und es umfällt vor versammelter Mannschaft ;).

Unsere Familien standen zur Verabschiedung bereit, und es wurde die eine oder andere Träne verdrückt. Als wir dann losfuhren war es gegen 12 Uhr Mittag. Mit gemischten Gefühlen ließen wir Elternhaus und Heimatdorf hinter uns, um Aufzubrechen in die große weite Welt! Da wir einfach nur schnell ankommen wollten, sind wir über die Autobahn gefahren und gegen 17 Uhr bei unserem Tagesziel im Westerwald bei Mellis Uroma Paula und Tante Marianne angekommen. Dort wurden wir zum Abendessen mit Wienern und Nudelsalat versorgt und bei Kölsch und Sekt ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

 

Montag, 21.08.2017, Hurst-Sinzig-Nürnberg-München: 617 km

Nach einem Frühstück mit frisch gekochten Eiern mit Mellis Uroma und Großtante ging es schnell los nach Sinzig, zur Verabschiedung bei unserem Hauptsponsor Wunderlich.

Dort hatten wir noch ein kleines Interview Link mit dem „Generalanzeiger Bonn“ und ein Fotoshooting.  Jetzt konnten wir offiziell unsere Reise starten! Super Gefühl, nachdem wir den Hof von Wunderlich verlassen hatten mussten wir innerlich jubeln. Über die Autobahn ging es Richtung Nürnberg, wo wir uns mit Matzes Tante Ute und Onkel Klaus in einem Traditionswirtshaus mitten im Wald zum Essen trafen. Es gab Matjes, Schinkennudeln und Kaiserschmarrn, lecker! Von Nürnberg ging es Richtung München zu unserer Freundin Carina, wo wir gegen 19 Uhr ankamen. Gregor parkten wir auf dem Bürgersteig und schleppten alle Sachen in die 1-Zimmer Wohnung. Wir gönnten uns ein asiatisches Abendessen mit Wein und verbrachten einen schönen letzten Abend zusammen. Nach der langen Etappe von 617 km hatten wir sogar einen leichten Sonnenbrand im Gesicht! Am Ende des Tages fielen wir todmüde in den Schlaf.

 

Dienstag, 22.08.17 München- Podljubelj: 379 km

Nach einem „Abschiedsselfie“ mit Carina ging es gegen 11 Uhr los über die Autobahn in Richtung Österreich. Bald waren schon die ersten Berge in Sicht. An einer deutschen Raststätte hielten wir an um eine Vignette zu kaufen, dort gab es eine Baustelle und an einem Abhang  mit Schotter ist es passiert: Gregor ist uns über den Seitenständer umgefallen, wir konnten ihn aber ohne Probleme wieder hochstemmen. Kurz darauf ging es dann das erste Mal über eine Landesgrenze und wir waren in Österreich. Hier konnten wir während der Fahrt das Bergpanorama genießen.  Etwas nervig war allerdings das wir den ganzen Tag nur Autobahn gefahren sind und in den Tunneln war es unglaublich laut.

Auf einer Raststätte in den Bergen machten wir eine längere Pause. Unser Plan war ursprünglich bis an die Slowenische Grenze zu fahren und auf der Österreichischen Seite zu campen. Im heutigen Tagesziel Rosenbach angekommen, fanden wir jedoch auf die Schnelle keine Campingmöglichkeit zum Wildcampen, daher versorgten uns in einem Supermarkt mit Wasser und Brot und fuhren weiter. Über den Loiblpass ging es hoch in die Berge. Enge Kehren, vorbei an einem Wasserfall und romantischen Flussläufen, bisher die schönste Strecke unserer Reise. Oben angekommen ging es dann durch einen Tunnel und „schwups“ waren wir schon in Slowenien! In dem Karawanken Gebirge ergab sich auch keine Campingmöglichkeit, also fuhren wir Richtung Tal und fanden dann zufällig das „Kamp Podljubelj“, eine Art Zeltplatz für Wanderer, malerisch in den Slowenischen Bergen gelegen. Die Anfahrt dort hin führte über einen kleinen Schotterweg, den Matze und Gregor ohne Probleme meisterten. Für günstige 16 € konnten wir hier zelten, kochen und duschen. Wir kochten uns Nudeln und gönnten uns ein slowenisches Bier. Abends wurde es richtig frisch. Aber wir waren froh endlich in unserem Zelt schlafen zu können und es schon heute bis nach Slowenien geschafft zu haben, denn wir wollen so schnell wie möglich ans Meer!

 

 

Mittwoch, 23.08.2017 Podljubelj- Sibinji Krmpotski: 215 km

Nach einer kalten aber erholsamen Nacht in den slowenischen Bergen ließen wir am Morgen erstmal unser klammes Zelt in der Sonne trocknen, frühstückten und packten. Nach ganzen 3 Stunden waren wir endlich startklar. Beim Rangieren des voll beladenen Gregors fiel er uns dann zum zweiten Mal um und auch dieses Mal passierte nichts. Schnell war er wieder aufgerichtet und weiter ging die Reise. Vorbei an Slowenischen Dörfern fuhren wir Richtung Kroatien. Kurz vor der Grenze in Rupa warb am Straßenrand eine Wechselstube nach der Anderen mit den besten Wechselkursen, denn in Kroatien gibt es keinen Euro sondern die Landeswährung Kuna. Wir waren uns unsicher ob wir schon hier Geld wechseln sollen, entschieden uns aber dagegen und fuhren weiter. Dann kam auch schon der Grenzübergang nach Kroatien und nach ungefähr 10 km sahen wir zum ersten Mal das Meer! Schönes Gefühl! Im Vergleich zu Deutschland, Österreich und Slowenien ist hier in Kroatien super Sommerwetter. In Rijeka, einer größeren kroatischen Stadt machten wir dann kurz an einem Geldautomaten halt um uns mit der Landeswährung zu versorgen. Ursprünglich wollten wir direkt ins Meer springen sobald wir es erreicht haben, aber leider ergab sich zunächst keine Gelegenheit, wo wir direkt am Wasser das Motorrad abstellen konnten. Also fuhren wir erstmal weiter, immer entlang der Küste.

An einer Bucht in Bakarac machten wir dann Mittagspause und gönnten uns dalmatischen Schinken, Käse und Oktopussalat in einem Restaurant. Als wir dann zahlen wollten fragte uns der Kellner: „In Euro oder Kuna“- so viel zum Thema Wechselstube ;). In Bakarac konnten wir sogar ganz dicht mit Gregor ans Wasser fahren und dadurch endlich unser erstes Bad im Meer genießen! Ein rumänischer Motorradreisender nutze dort ebenfalls die Gelegenheit zu einem Bad im Meer. Wir kamen mit ihm ins Gespräch, er hatte bereits über 5.000 km hinter sich gebracht. Wir staunten, erzählten aber nichts von unserem Reiseziel, irgendwie hatte es sich nicht ergeben.

Hier in der Umgebung der Kvarner Bucht fanden wir keinen geeigneten Platz zum Wildcampen. Die Umgebung besteht aus bergigem, eher unzugänglichem Gelände, Felsen, Büschen und kleinen Buchten, die meist nur zu Fuß zu erreichen sind. Also entschieden wir uns für einen günstigen Campingplatz direkt am Meer, dem Autocamp Sibinji. Noch vor dem Zeltaufbau ging es zur Erfrischung ins Wasser. Zum Abendessen gab es Ciabatta, Taboulé und Hummus mit Blick aufs Meer bei einem herrlichen Sonnenuntergang. So langsam fühlt es sich an wie Urlaub!

1 Kommentar

  1. Hi Matze! Ich sitze gerade mit Eri und Jörg zusammen und wir unterhalten uns – wie immer!- sehr angeregt;…auch über Euer Reiseprojekt …. Ich denke ganz oft an Euch und finde Eure Berichte ganz doll lesenswert!! Viele weitere gute Reiseerfahrungen wünsche ich Euchund Gruß auch an die Mellie: de Peter

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